1869 versammelten sich in Rom Bischöfe und der Papst zu einer Kirchenversammlung, dem I. Vatikanischen Konzil. Als Ergebnis wird das Unfehlbarkeitsdogma verkündet: Wenn der Papst mit „höchster Lehrgewalt“ zu Glaubensthemen spreche, dann könne er nicht irren.
Die Verabschiedung des Dogmas traf bei den deutschen Bischöfen auf große Kritik; auch in Bamberg formierte sich Widerstand. Ignaz Döllinger, einer der geistigen Väter der altkatholischen Kirche, die sich aus Protest gegen die Unfehlbarkeit von der römischen Kirche lossagte, war selbst Bamberger. Das umstrittene Konzil kam allerdings nicht zum Abschluss; der Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges im Herbst 1870 beendet es vorzeitig. 1871 wird das Deutsche Kaiserreich ausgerufen – ein Nationalstaat unter der Vorherrschaft Preußens entsteht. Die deutsche Wirtschaft ist im Aufbruch, Städte wachsen, Erfindungen beschleunigen den Fortschritt.