Friedrich Karl von Schönborn war ein Mann mit Ambitionen. Bereits mit dreißig Jahren hatte man ihn in das Würzburger Domkapitel aufgenommen, wenig später wurde er sogar Reichsvizekanzler. Am Höhepunkt seines Lebens war er Bischof in Würzburg und Bamberg.Als Fürstbischof vereinigte er die weltliche und die geistliche Macht in einer Person.
Es war die Zeit des Absolutismus: Herrscher eiferten miteinander auf den Gebieten des Militärs, der Kultur und – der Architektur. Die Würzburger Residenz und unzählige Bauten in Oberfranken bezeugen seine rege Bautätigkeit. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich von Schönborn – frisch angetreten – 1730 der baulichen Situation des Priesterseminars annahm. Ein neues, geräumiges Gebäude musste her. 1732 erfolgte die Grundsteinlegung: Neben der großen Kirche Alt-St. Martin, wo heute der Max-Platz liegt. Nur fünf Jahre brauchte „Star“-Architekt Baltasar Neumann für den Bau an einer der großen Stadtachsen Bambergs. Es sollte zugleich als Residenz für den Weihbischof dienen. Mit der Säkularisation wurde das Hochstift 1803 aufgelöst; Bamberg wurde bayrisch. Das Seminar aber blieb.